Überlegungen

„Ihr seid doch schon ganz schön viele!“

Einerseits ja, denn mit gut 50 Aktiven bei ca. 1000 Einwohnern sind wir natürlich im Verhältnis deutlich mehr als zum Beispiel in Husum, wo etwa 110 Feuerwehrleute für 23.000 Einwohner da sind. Andererseits deutet unsere Alterstruktur doch auf ein langfristiges Problem hin. Wir sind nämlich zu einem großen Teil schon über 40 Jahre alt. Nicht, dass man mit 50 nicht auch Brände löschen kann, aber vieles fällt einem 20- oder 30-jährigen eben leichter als jemandem, der die erste Hälfte seines Lebens wohl schon hinter sich gelassen hat. Auch die Jugendfeuerwehr liefert nicht in dem Maße Nachwuchs, dass wir sicher sein können, diese Zahl an Aktiven halten zu können. Jedoch zeigen andererseits die Eintritte der letzten Jahre, dass man auch mit 40 nicht zu alt ist, um mit dem Feuerwehrdienst anzufangen.

Wenn Du (Wir Feuerwehrleute duzen einander.) also jünger als 60 bist, einen gesunden Körper und Kopf hast, dann steht der aktiven Teilnahme am Dienst nichts im Wege.

„Können die das denn?“

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen lustig, aber die Frage ist tatsächlich schon aufgetaucht. Tja, ob DIE es nun können oder nicht, ist nicht die Frage. Es kommt nämlich kein anderer. Es ist doch für viele Leute überraschend, festzustellen, dass es in der Nähe keine Berufsfeuerwehr gibt. Nicht einmal die Städte Husum und Heide haben Berufsfeuerwehren. Es gibt in ganz Schleswig-Holstein nur vier Berufsfeuerwehren; nämlich in den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Sieht man mal von den Werkfeuerwehren ab, dann sind alle anderen Wehren freiwillige Feuerwehren (oder Pflichtfeuerwehren), also alles ehrenamtliche Helfer. Damit DIE DAS dann können, müssen DIE üben. Wir treffen uns dazu etwa einmal im Monat. Hinzu kommen Lehrgänge. Das reicht vom Grundlehrgang bis zum Zugführer- oder Wehrführer-Lehrgang. Da regelmäßig Kameraden Lehrgänge besuchen und wir ab und zu mal eine Leistungsprüfung ablegen, kann man doch davon ausgehen, dass DIE DAS können.

Also keine Angst, wenn DU mitmachen willst, dann wird DIR das Notwendige schon beigebracht werden.

„Die trinken doch sowieso nur Bier!“

Nein, wir trinken auch Cola-Korn. Manch einer lässt auch den Korn weg und es gibt sogar Kameraden, die nur Selter trinken. Richtig ist, dass wir uns nach einem Übungsabend gerne nochmal zusammensetzen. Im Sommer schmeißen wir dann sogar den Grill an. Wer viel Zeit hat, bleibt ein wenig länger, und wer am nächsten Tag früh raus muss oder einfach keine Lust hat, länger zu sitzen, geht eben früher. Es ist eigentlich ganz normal, wie in anderen Vereinen auch. Entscheidend ist aber, dass wir vor dem gemütlichen Teil noch etwas tun. Wir versuchen, uns auf den Stand zu bringen und zu halten, der notwendig ist, um unseren Aufgaben gerecht zu werden. Und wie gesagt: Anschließend machen wir es uns auch mal gemütlich.

Wenn Du am aktiven Dienst nicht teilnehmen willst (oder kannst), dann kannst Du auch Mitglied im Förderverein werden.

Ach so, die Getränke nach dem Übungsabend bezahlen wir selbst. Aus der Kameradschaftskasse werden nur die ersten beiden Getränke und die Selter bezahlt.

„Da sind doch nur Bauern in der Wehr!“

Erstmal ist das ja nichts Schlimmes, wenn jemand sein Geld in der Landwirtschaft verdient. Wenn damit sowas wie Klüngel gemeint ist, dann mag das schon irgendwo stimmen, aber das gibt es woanders ja auch. Schließlich üben sie alle mehr oder weniger denselben Beruf aus und haben demzufolge auch ähnliche Interessen, Sorgen und Nöte. Außerdem kennt man sich ja schon seit Kindesbeinen. Des weiteren ist diese Aussage falsch, dann wenn man sich mal die Berufe der Kameraden ansieht, dann arbeitet nur etwa die Hälfte direkt oder indirekt in der Landwirtschaft. Die andere Hälfte besteht aus Handwerkern, Kaufleuten, Arbeitern und Angestellten. Ja, es befinden sich auch Ingenieure und sogar ein Lehrer darunter. Dass der Anteil an Landwirten, gemessen an der Bevölkerungsstruktur, dennoch relativ hoch ist, liegt wohl zum größten Teil an der Tradition. Denn oft waren die Väter und Großväter schon in der Feuerwehr.

Wenn Du also Lust hast in der Feuerwehr mitzumachen, dann ist es egal, welchen Beruf Du ausübst und wo Du herkommst.

„Und was ist mit Frauen?“

Frauen haben wir auch; genau genommen sogar vier Frauen in der Feuerwehr. Das ist nicht unsere Schuld, dass es bisher nur vier sind. Es gab bisher einfach nur vier Frauen, die beitreten wollten. Ob das an uns liegt, wissen wir nicht. Eigentlich sind wir ganz friedlich, beißen nicht und können sogar mit Messer und Gabel essen.

Wenn Du (Auch die Feuerwehrfrauen werden geduzt.) also Lust hast, die fünfte Frau in der Freiwilligen Feuerwehr Witzwort zu sein, dann schau doch mal vorbei.

„Ich will mitmachen, wie geht das?“

Da gibt es einmal den formalen Weg. Du (Gewöhn Dich daran! In der Feuerwehr werden alle geduzt, selbst der Landesbrandmeister.) kommst zur Jahreshauptversammlung. Ja, da darfst Du hin, wenn Du eintreten möchtest. Ein kleiner Wink an den Wehrführer vor Beginn der Versammlung wäre aber nett. Dort wird gefragt, ob jemand in die Feuerwehr eintreten möchte. Da stehst Du dann auf und teilst es uns mit. Dann wirst Du, falls nichts dagegen spricht, als Anwärter in die Feuerwehr aufgenommen und bei der Jahreshauptversammlung im darauffolgenden Jahr erfolgt die Übernahme. Etwas einfacher geht es, wenn Du einfach mal bei einem Übungsabend (siehe Dienstplan) vorbeikommst. Dort kann man sich dann mal beschnuppern und das weitere Vorgehen besprechen.

„Ich will mitmachen, was kostet das?“

Wir erheben keinen Jahresbeitrag für aktive Mitglieder. Die Einsatzkleidung (Hose, Jacke, Stiefel, Mütze, Helm und Handschuhe) werden von der Feuerwehr bzw. der Gemeinde gestellt; ebenso die Schirmmütze und die blaue Jacke für den Dienstanzug. Für den Dienstanzug benötigt man noch ein weißes Hemd bzw. Bluse, eine schwarze Hose bzw. Rock, eine schwarze Krawatte, schwarze Schuhe und schwarze Socken. Diese Bekleidung wird nicht von der Gemeinde gestellt. Es ist aber außer der Farbe nichts Spezielles vorgeschrieben, so dass jeder das Notwendige mehr oder weniger im Schrank haben sollte. Frauen können übrigens zwischen Rock und Hose wählen.

Herzlichen Dank den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Holtsee für die Zustimmung den Text zu nutzen.